Botulinumtoxin

Was ist Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin ( = Nervengift ) und wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet. Botulinumtoxin ist seit langem als Verursacher von Nahrungsmittelvergiftungen bekannt. Sehr stark verdünnt kann dieses Gift jedoch medizinisch sehr wirkungsvoll eingesetzt werden.

Besser bekannt ist Botulinumtoxin unter den Firmennamen Botox oder Dysport. Erstmals wurde Botulinumtoxin 1980 erfolgreich zur Behandlung von Strabismus ( = Schielen ) und von Blepharospasmus ( = Lidkrampf) eingesetzt. Heute findet das Neurotoxin vielfältige Anwendung: es wird z.B: zur Behandlung der Hyperdrosis ( = übermäßiges Schwitzen ) eingesetzt oder bei der Schönheitsbehandlung zur Glättung von Falten verwendet.
Diese Ausführung beschäftigt sich jedoch mit Therapie von Patienten mit spastischen Syndromen. Der Begriff Spastik stammt von dem griechischen Wort Spasmus ab und bedeutet soviel wie “Krampf”. Unter einer Spastik versteht man also eine Verkrampfung der Muskulatur. Der Muskeltonus ist pathologisch erhöht und führt zu einer Verkürzung der Muskelstränge in der betroffenen Extremität. Die Folgen sind u.a. Schmerzen, Unbeweglichkeit und Fehlstellungen der Gelenke. Häufige Erkrankungen, die mit einer Spastik einhergehen sind Multiples Sklerose, Schlaganfall, Schädel-Hirntraumen, Rückenmarksverletzungen und Hirnschädigungen durch Sauerstoffmangel.

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin wird direkt in den betroffenen Muskel injiziert. Das Neurotoxin bewirkt eine Blockierung der Übertragung von Signalen zwischen dem Nerv und seinem Zielmuskel. Dadurch kommt es zu einer Schwächung des Muskels und die übermäßige Versteifung des spastischen Muskels nimmt ab.
Die Wirkung tritt nach ca. 3-4 Tagen ein, die Wirkdauer ist individuell unterschiedlich und beträgt zwischen 3-4 Monaten. Botulinumtoxin wird im Laufe der Zeit vom Körper abgebaut, die Wirkung ist also rückläufig und eine erneute Injektion ist notwendig. Eine bessere Verteilung des Medikaments kann durch eine gleichzeitige Elektrostimulation des Muskels erreicht werden. Das Krankenhaus Lindenbrunn setzt diese Methode u.a. seit einiger Zeit mit Erfolg ein.
In seltenen Fällen bilden Patienten Antikörper aus gegen Botulinumtoxin oder es kommt zu einer vorübergehend anhaltenden Schwächung des Muskels.

Bei welchen spastischen Symptomen ist die Anwendung von Botulinumtoxin geeignet?

Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist dann sinnvoll, wenn die Spastik einzelne Muskeln betrifft. Beispielsweise, wenn ein spastischer Spitzfuss, ein Adduktorenspasmus ( Spastik in den Oberschenkeln ), ein ständiger Faustschluss oder eine Spastik der Oberarme oder der Waden vorliegt. Denn Botulinumtoxin kann wegen eventueller Nebenwirkungen nur in eine begrenzte Anzahl von Muskeln injiziert werden; Bei einer generalisierten Spastik ( = Spastik, die den ganzen Körper betrifft ) könnte das Medikament nicht zielgerichtet eingesetzt werden, da die notwendige Dosis zu hoch wäre und man mit ernsten Nebenwirkungen rechnen müsste.

Wann ist der Einsatz von Botulinumtoxin nicht geeignet?

Da Botulinumtoxin direkt in den Muskel injiziert wird ergeben sich einige Gegenanzeigen durch diese Art der Anwendung. Somit ist Botulinumtoxin nicht geeignet, wenn eine angeborene oder erworbene Gerinnungsstörung vorliegt oder wenn gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden.
Allgemeine Gegenanzeigen für den Einsatz von Botulinumtoxin sind die Einnahme von Aminoglykosidantibiothika, das Vorliegen einer Myasthenie ( = Muskelschwäche ) andere muskuläre Erkrankungen oder eine Schwangerschaft.

Was kann man mit Botulinumtoxin erreichen und was nicht?

Ziel der Behandlung mit Botulinumtoxin ist

  • die Schmerzlinderung,
  • die Erleichterung der Pflege,
  • die Prophylaxe von Hautinfektionen ( beim ständigen Faustschluss kommt es häufig zu Pilzinfektionen ),
  • die Prophylaxe von Fehlstellungen und Kontrakturen ( Verkürzungen von Muskeln und Sehnen ) und eine,
  • Verbesserung der Funktionalität.

Die Anwendung von Botulinumtoxin bewirkt bei allen genannten Erscheinungsformen eine Abnahme des Muskeltonus, eine Verbesserung des aktiven und passiven Bewegungsumfangs und eine Schmerzlinderung. Die Pflege wurde insbesondere durch die Behandlung des Adduktorenspasmus ( Spastik in den Oberschenkeln) erleichtert. Die Behandlung des Faustschlusses führte zu einem Nachlassen des “Einkrallens” der Finger in die Handinnenfläche und so zu besseren hygienischen Verhältnissen. Die Abteilung für Neurologische Rehabilitation der Klinik Berlin konnte auch bei der Behandlung des Spitzfußes mit Botulinumtoxin eine funktionelle Verbesserung feststellen. Die Patienten konnten nach der Behandlung schneller und symmetrischer gehen und ihren Körper während dem Stehen besser nach vorne verlagern.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin sollte immer in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen erfolgen. Durch Krankengymnastik beispielsweise – in Verbindung mit Botox-Injektionen – können spastische Muskeln gedehnt werden und der betroffene Muskel hat die Möglichkeit zu wachsen. Durch die Zunahme der Länge des Muskels kann man oftmals Kontrakturen vermeiden und Muskel- oder Sehnenverlängernde Operationen hinauszögern oder sogar ganz vermeiden.
Durch die Anwendung des Botulinumtoxin ist eine wesentliche Verbesserung der Spastik möglich, aber keine Heilung!!!!

Gibt es noch weitere Möglichkeiten zur medikamentösen Behandlung einer Spastik?
Neben der Behandlung mit Botulinumtoxin gibt es noch die Möglichkeit der oralen medikamentösen Behandlung oder die Implantation einer Baclofen Pumpe.
Bei der oralen medikamentöse Behandlung dämpfen Medikamente wie z. B. Baclofen, Tizanidin oder Diazepam den Muskeltonus unspezifisch. Deshalb ist diese Art der Behandlung besonders für immobile Patienten geeignet mit dem Ziel der Schmerzlinderung und der Pflegeerleichterung. Nebenwirkungen können verstärkte Müdigkeit, Benommenheit und eine generalisierte Muskelschwäche sein. Deshalb werden orale Antispastika oft nicht bis zu einer therapeutisch befriedigenden Stärke aufdosiert.
Das Einsetzen einer Baclofen-Pumpe ist nur zur Therapie einer sehr schweren generalisierten Spastik geeignet. Nur wenn die orale medikamentöse Behandlung und der Einsatz von Botulinumtoxin nicht die gewünschte Wirkung zeigen sollte eine Baclofen- Pumpe zum Einsatz kommen.

Autor des Artikels – Barbara Walter (cand. phil.) Institut für Sonderpädagogik, Universität Würzburg
Dermatologie und Lazermedizin Dermapraxis

Nagelpilz (Onychomykose)

Nagelpilz (Onychomykose) ist vor allem lästig – denn es dauert meist lange, ihn wieder loszuwerden. Dicke, verfärbte und unschön aussehende Finger- oder Zehennägel können Zeichen für einen Nagelpilz sein. Grundsätzlich kann jeder einen Nagelpilz bekommen – wer aber zu enge Schuhe trägt, an Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus leidet oder gerne barfuß im Schwimmbad unterwegs ist, gilt als besonders gefährdet. Oft entwickelt sich eine Onychomykose aus einem unbehandelten Fußpilz.

Ob im Schwimmbad oder in der Sauna: In einem feucht-warmen Milieu fühlen sich Hautpilze so richtig wohl. Leicht kann man sich dort anstecken. Kein Wunder, dass Nagelpilz die häufigste Erkrankung der Nägel ist.

In den meisten Fällen sind bestimmte Fadenpilze für den Nagelpilz verantwortlich: die sogenannten Dermatophyten, welche auch zuFußpilz führen können. Seltener entsteht eine Onychomykose durch Hefepilze, Schimmelpilze oder auch durch eine Kombination mehrerer Pilzformen.

Die Nagelpilz-Behandlung ist oft langwierig und erstreckt sich über mehrere Monate. Wie die Therapie aussieht, hängt davon ab, um welchen Pilz es sich handelt und wie stark und wo sich dieser bereits ausgebreitet hat.

In leichten Fällen reicht es aus, die betroffenen Nägel mithilfe von speziellen pilzabtötenden Nagellacken und Cremes zu behandeln und besonders auf eine gründliche Hygiene zu achten. Ist bereits die Nagelwurzel angegriffen oder sind viele Nägel infiziert, müssen Antipilzmittel (sog. Antimykotika) eingenommen werden, zum Beispiel in Tablettenform.

Nagelpilz können Sie vorbeugen, indem Sie beispielsweise im Schwimmbad Badeschuhe tragen und auf bequemes, atmungsaktives Schuhwerk achten. Füße und Hände sollte man immer gründlich abtrocknen – vor allem in den Zwischenräumen der Zehen. Da kleine Verletzungen das Risiko für eine Onychomykose erhöhen, sollten Sie bei der Maniküre oder Pediküre besonders sorgfältig sein.

Pocken

Die Pocken, auch Blattern genannt, sind eine hochgradig ansteckende, schwere Infektionskrankheit, die durch Viren entsteht. Seit einiger Zeit gelten sie als ausgerottet.

Da die Pocken hochansteckend sind, konnten sie sich früher aufgrund des fehlenden Impfschutzes sehr rasch ausbreiten und traten demnach räumlich und zeitlich gehäuft auf: Es entstanden sogenannte Pockenepidemien. Nach der weltweiten Einführung der Pockenschutzimpfung im Jahr 1967 sank die Häufigkeit der Pockenfälle drastisch – schließlich gelang es, die Pocken auszurotten: Seit 1980 gilt die Welt offiziell als pockenfrei.

Die Pocken zeigen einen typischen Krankheitsverlauf: Anfangs lösen sie allgemeine Beschwerden mit Fieber und eine Atemwegsentzündung aus. Es entsteht ein vorübergehender Hautausschlag; die Krankheit ist zu diesem Zeitpunkt sehr ansteckend. Nach kurzfristigem Fieberabfall treten die für Pocken typischen Papeln auf der Haut auf, die sich mit virushaltiger Flüssigkeit füllen: Sie zeigen sich zunächst im Gesicht und breiten sich dann über den ganzen Körper aus, wobei vor allem die Extremitäten betroffen sind. Die Betroffenen haben hohes Fieber mit Verwirrtheit (Delirium), sind desorientiert und entwickeln Wahnvorstellungen. Die Papeln verändern sich zu Pusteln, die bald verkrusten beziehungsweise verschorfen. Nach einiger Zeit fallen die Krusten ab, was mit starkem Juckreiz verbunden ist. Besonders im Gesicht bleiben häufig Narben zurück (sog. Pockennarben).

Bei der als schwarze Blattern bezeichneten besonders schweren Form der Pocken ist die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome verkürzt; innerhalb weniger Tage kommt es zu ausgedehnten, schweren Blutungen in die Haut, zu Blutungen der Schleimhäute sowie der inneren Organe. Sogenannte weiße Pocken hingegen sind eine zweite, harmlosere Form, die von den echten Pocken mit schwerem Verlauf zu unterscheiden ist.

Eine Therapie gegen Pocken gibt es nicht; es sind nur die Symptome behandelbar. Durch die Schutzimpfung ist die Erkrankung jedoch vermeidbar.

Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)

Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)

Der Begriff seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis bezeichnet eine fettig-schuppige Hautentzündung, die vor allem am behaarten Kopf, im Gesicht sowie am Rumpf auftritt. Die betroffenen Hautstellen sind gerötet und mit gelblichen, fettigen Schuppen belegt. Juckreiz besteht nur in seltenen Fällen.

Die seborrhoische Dermatitis befällt häufig Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sowie junge Männer. Ein seborrhoisches Ekzem entsteht vermutlich durch verschiedene Ursachen. Möglicherweise spielen folgende Faktoren eine Rolle: Geschwächtes Abwehrsystem, klimatische Bedingungen, Hormonschwankungen und eine genetische Veranlagung. Daneben vermuten Experten, dass eine Pilzinfektion zu den auslösenden Ursachen zählt. Daher wird das seborrhoische Ekzem mit Antipilzmitteln (Antimykotika) in Shampoo- oder Cremeform behandelt. Bei schweren Verläufen kann ein vorübergehender Einsatz von kortisonähnlichen Präparaten sinnvoll sein.

Während die Erkrankung beim Säugling in der Regel nach ein paar Wochen spontan abheilt, zeigt das seborrhoische Ekzem beim Erwachsenen eine ausgeprägte Rückfallneigung.

Aktinische Keratose

Aktinische Keratose

Eine aktinische Keratose (auch solare Keratose genannt) ist eine Hautverhornung, die entsteht, wenn sich bestimmte Hautzellen (Keratinozyten) aufgrund dauerhafter intensiver UV-Strahlung krankhaft verändern und vermehren.

Früher trat die aktinische Keratose vorwiegend im höheren Lebensalter (ab 50 Jahren) auf, weshalb man sie auch senile Keratose nennt. Mittlerweile sind jedoch zunehmend jüngere Menschen ab dem 30. Lebensjahr von diesen Hautveränderungen betroffen. Als verantwortlich hierfür gelten veränderte Freizeitgewohnheiten wie häufiges Sonnenbaden und Besuche in Solarien.

Aktinische Keratosen können in eine bestimmte Form von hellem Hautkrebs übergehen: in das sogenannte Spinaliom oder Plattenepithelkarzinom. Die aktinische Keratose gilt als Vorstufe dieses Hautkrebses (Präkanzerose) beziehungsweise sogar als dessen Frühstadium (Carcinoma in situ). Daher ist es wichtig, es gar nicht zur Entstehung dieser Hautkrebsvorstufe kommen zu lassen.

Um zu verhindern, dass aktinische Keratosen entstehen, ist zu starke UV-Bestrahlung zu vermeiden. Liegt bereits eine aktinische Keratose vor, ist eine schnelle Behandlung ratsam, um ihrem Übergang in ein Spinaliom vorzubeugen. Hierzu stehen mehrere wirksame Methoden zur Verfügung: Eine aktinische Keratose lässt sich herausschneiden (Exzision) oder herausschaben (Kürettage), durch Kältetherapie (Kryotherapie), Lasertherapie oder photodynamische Therapie und auch durch verschiedene lokal angewendete Wirkstoffe (wie Diclofenac, Fluorouracil oder Imiquimod) erfolgreich behandeln.

Pigmentstörung

Bei einer Pigmentstörung ist die Bildung von Farbpigmenten gestört, sodass die Haut stärker (Hyperpigmentierung) oder schwächer (Hypopigmentierung, Depigmentierung) gefärbt ist als normal.

Die Ursachen für die Abweichungen der Hautfarbe sind je nach Form der Pigmentstörung unterschiedlich. Dabei können sowohl erblich bedingte Faktoren als auch äußere Einflüsse auf die Haut wie Kälte, Wärme, Druck, Reibung, Kosmetika oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. Für eine Pigmentstörung können zudem hormonelle Veränderungen verantwortlich sein.

Die bei einer Pigmentstörung auftretenden Symptome sind sehr unterschiedlich: Die typischen Farbveränderungen können sich in ihrer Größe, Symmetrie, Ausprägung und Farbe stark unterscheiden. Bei manchen Pigmentstörungen bleiben sie auf bestimmte Körperstellen begrenzt; manchmal kann auch die gesamte Haut von der Pigmentstörung betroffen sein.

Bei einer Pigmentstörung ist die natürliche Färbung der Haut infolge einer gestörten Bildung von Farbpigmenten verändert.

Für die Pigmentierung der Haut sind bestimmte Zellen in der Oberhaut (Epidermis), die Melanozyten, zuständig: Diese Zellen geben der Haut ihre individuelle Farbe. Sie bilden – angeregt durch die Sonneneinstrahlung – das bräunliche Pigment Melanin und sorgen somit für eine natürliche Färbung der Haut. Das Melanin verhindert, dass schädliches UV-Licht in tiefere Hautschichten eindringt. Liegt eine Pigmentstörung vor, ist die Bildung der Farbpigmente örtlich oder auch flächendeckend gestört, sodass es an den jeweiligen Stellen zu einer Farbveränderung der Haut kommt. Pigmentstörungen können in folgenden Formen auftreten:
•    Melaninüberschuss (Hypermelanose)
Die Haut ist stärker gefärbt als normal: Die Pigmentstörung hat die Form einer sogenannten Hyperpigmentierung.
•    Melaninmangel (Hypomelanose)

Die Haut ist schwächer gefärbt als normal: Bei der durch Hypopigmentierung gekennzeichneten Pigmentstörung ist der Melaningehalt in der Haut vermindert, bei der Depigmentierung fehlt das Melanin völlig.

Altersflecken

Altersflecken

Altersflecken (Lentigo senilis, Lentigo solaris) sind gutartige Hautveränderungen, die zunehmend im späten Erwachsenenalter auftreten: Die bräunlichen, bis wenige Zentimeter großen Pigmentflecken bilden sich vor allem im Gesicht, auf den Handrücken und am Dekolleté.

Altersflecken entstehen durch Pigmentansammlungen in der Oberhaut. Sie sind die Folge einer Schädigung der Haut durch langjährige UV-Bestrahlung beziehungsweise durch dabei vermehrt anfallende sogenannte freie Radikale.

Altersflecken lassen sich mit hochdeckendem Make-up (Camouflage) abdecken sowie längerfristig mit Bleichcremes und verschiedenen Schälverfahren (physikalisches, chemisches oder mechanisches Peeling) behandeln. Besonders wirksam und schonend für das umgebende Gewebe ist die Entfernung von Altersflecken durch Lasern.

Wie allen Zeichen der Hautalterung kann man auch der Entstehung von Altersflecken in erster Linie durch den Schutz vor übermäßiger Sonnenbestrahlung vorbeugen. Zusätzlich ist es ratsam, Genussgifte wie Alkohol und Tabakrauch, die ebenfalls zur vermehrten Bildung freier Radikale beitragen, zu meiden und das körpereigene Schutzsystem gegen diese aggressiven Sauerstoffverbindungen durch eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Coenzym Q10, Bioflavonoide, Zink und Selen zu unterstützen.

Mycosis fungoides

Hartnäckige Hautveränderungen, die einer Schuppenflechte oder einem Ekzem ähneln und vielleicht auch Juckreiz auslösen, können erste Anzeichen für eine Mycosis fungoides sein: Dies ist eine seltene Krebserkrankung, die typischerweise sehr langsam verläuft. Früh behandelt ist die Mycosis fungoides meist heilbar.

Die Mycosis fungoides zählt zur Gruppe der weniger bösartigen sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome. Sie entsteht dadurch, dass bestimmte weiße Blutkörperchen – die T-Lymphozyten – entarten (d.h. bösartig sind) und die Haut befallen. Entsprechend bezeichnet man die Mycosis fungoides auch als kutanes T-Zell-Lymphom (lat. Cutis = Haut). Normalerweise bekämpfen die T-Lymphozyten als Teil des Immunsystems Krankheitserreger. Die Ursachen für ihre Entartung und somit für die Entstehung der Mycosis fungoides sind unbekannt.

Die bei der Mycosis fungoides auftretenden Hautsymptome sind wenig kennzeichnend und verändern sich typischerweise längere Zeit kaum: Nach dem Auftreten der ersten ekzemähnlichen Hautveränderungen können Jahre vergehen, bis die Mycosis fungoides tiefere Hautschichten befällt und als weitere Symptome flach erhabene Herde (Plaques) und kleine Knötchen entstehen. Nachfolgend (wenn sich diese Symptome auf die gesamte Haut ausgebreitet haben), entwickeln sich größere pilzförmige Knoten, die zur Geschwürbildung neigen. Nach langjährigem Verlauf befällt die Mycosis fungoides auch die Lymphknoten und kann sich dann rasch über den Blutweg auf andere Organe (z.B. Leber o. Lunge) ausbreiten.

Worin die gegen eine Mycosis fungoides eingesetzte Therapie besteht, hängt vom Stadium der Erkrankung ab: Zu Beginn ist die Photochemotherapie sehr wirksam, später kommen Immuntherapie, Strahlentherapie und Chemotherapie zum Einsatz. Frühzeitig behandelt hat die Mycosis fungoides eine gute Prognose. Und auch in späten Stadien der Mycosis fungoides kann eine Therapie noch lang andauernde Krankheitsrückgange (Remissionen) erzielen. Wichtig ist, dass die gewählten Behandlungsmaßnahmen nicht mehr Beschwerden verursachen als der Krebs selbst, denn: Eine zu aggressive Behandlung der Mycosis fungoides verlängert nicht die Lebenserwartung.

Leberfleck, Muttermal

Muttermal (Nävus) und Leberfleck sind die wohl am häufigsten vorkommenden Geschwülste der Haut. Es handelt sich um gutartige Wucherungen von sogenannten Nävuszellen. Nävuszellen ähneln den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), die für die regelmäßige Bräune der Haut verantwortlich sind. Auch Nävuszellen können den Hautfarbstoff bilden; daher erscheint ein Leberfleck oder Muttermal braun, dunkelbraun oder schwarz.

Fast jeder Mensch weist einen oder mehrere Leberflecken und Muttermale auf. Einige sind angeboren oder schon bei kleinen Kindern vorhanden; mit steigendem Lebensalter nimmt ihre Anzahl zu. Man unterscheidet deshalb angeborene (Muttermal) von erworbenen Leberflecken. Häufig werden aber beide Begriffe synonym benutzt. Leberflecke und Muttermale variieren allgemein sehr stark in Form, Farbe und Größe, können beispielsweise im Hautniveau liegen aber auch erhaben oder gestielt sein. Die Farbgebung der Leberflecken variiert von hautfarben über rötlich bis dunkelbraun. Manchmal ist ein Leberfleck behaart.

Normalerweise ist es nicht nötig, einen Leberfleck oder ein Muttermal chirurgisch zu entfernen, doch spielen häufig kosmetische Gründe eine Rolle. Ist ein Muttermal oder Leberfleck jedoch auffällig verändert, wird der Hautarzt sie vollständig entfernen. So kann sich in seltenen Fällen hinter dem Leberfleck oder Muttermal ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) oder eine Vorstufe davon verbergen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein normaler Leberfleck oder Muttermal bösartig entartet und daraus ein solches Melanom entsteht, ist allerdings gering.

Sonnenbrände, besonders im Kindesalter, erhöhen das Risiko einer späteren Krebsentstehung. Vor allem Hellhäutige und Menschen mit vielen Leberflecken sollten deshalb die Sonne meiden beziehungsweise für ausreichenden Sonnenschutz sorgen. Darüber hinaus sollten Pigmentmale regelmäßig beobachtet werden. Auffälligkeiten oder Veränderungen in Farbe, Form und Größe sowie Symptome wie Jucken, Bluten und Nässen sind hochverdächtig und müssen in jedem Fall durch den Hautarzt abgeklärt werden.

Leberfleck und Muttermal (Nävi) kommen bei nahezu jedem Menschen vor und sind damit die wohl am häufigsten vorkommenden Geschwülste der Haut. Sie bestehen aus herdförmigen Ansammlungen von sogenannten Nävuszellen. Nävuszellen ähneln den Pigment bildenden Zellen der Haut (Melanozyten), sorgen jedoch nicht für eine gleichmäßige Bräunung. Nävuszellen liegen gehäuft in Nestern in der Haut, wo sie meist Hautfarbstoff produzieren. Dies ist dann als Leberfleck beziehungsweise Muttermal sichtbar.

Man nimmt heute an, dass Nävuszellen aus genetisch veränderten Vorläufern der Melanozyten entstehen. Diese wandern entweder beim Fötus oder im Lauf des Lebens in die Haut ein, vermehren sich und bilden Hautherde. Ihre Farbe erhalten sie durch den Hautfarbstoff Melanin. Die meisten Leberflecke sind im Laufe des Lebens erworben (95 Prozent), erfahren charakteristische Umwandlungen und bilden sich im hohen Alter wieder zurück. Sie können aber als sogenanntes Muttermal auch schon bei der Geburt vorhanden sein. Meist benutzt man die Begriffe „Leberfleck“ und „Muttermal“ synonym – der Arzt spricht bei Pigmentflecken gewöhnlich von „Nävuszellnävi“ oder „Nävi“. Im Mittelalter wurden Pigmentmale der Haut als Hexenmale gedeutet.

Man unterscheidet zwei Hauptformen der Leberflecken beziehungsweise Muttermale (Nävuszellnävi): die erworbenen und die angeborenen (kongenitalen) Leberflecken.

Fettabsaugung/Liposuction

Allgemeines in Zusammenfassung

Bei einer Fettabsaugung (Liposuktion) entfernt der Chirurg operativ Fettgewebe aus Körperbereichen, die er zuvor mit dem Patienten abgestimmt hat. Er saugt dabei ungefähr 70 Prozent des Fettgewebes innerhalb eines Körperbereichs, beispielsweise im Bereich des Bauchs, ab. Fettabsaugungen werden in der Regel aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt.

Nur bei wenigen, selten vorkommenden Krankheitsbildern mit vermehrter Fetteinlagerung empfehlen sich Fettabsaugungen als Therapie. Dazu gehören beispielsweise schmerzhafte Fettgewebsvermehrungen mit gesteigerter Berührungsempfindlichkeit. Auch beim so genannten Lipödem kann eine Fettabsaugung mit schonenden Techniken hilfreich sein.

Egal ob Mann oder Frau, das Fettabsaugen ist unabhängig vom Alter an den unterschiedlichsten Körperregionen möglich. Zu den gängigsten Regionen einer Fettabsaugung zählen Bauch, Beine, Kinn, Hals, Oberarme, Oberkörper, Brust, Oberschenkel, Hüfte, Po, Rücken und Fesseln.

Die in Folge einer Fettabsaugung entstehende überschüssige Haut entfernt der Chirurg nur dann, wenn sie außerordentlich schlaff ist. Unter normalen Umständen schrumpft sich die Haut von selbst zu recht und passt sich so der neu geschaffenen Struktur im Unterhautgewebe an. Das durch die Wundheilung entstehende Narbengewebe bildet dabei die Stützstruktur für die darüber liegende Haut. Fettabsaugungen lassen sich an derselben Körperstelle mehrmals durchführen.

Fettzellen werden definitiv entfernt

Eine Fettabsaugung (Liposuktion) unterscheidet sich von anderen Maßnahmen der Gewichtsreduktion wie Diäten und Sport. Denn das Fettabsaugen entfernt vorhandenes Fettgewebe und mit ihm deren Stammzellen endgültig, wenn auch nie vollständig. Es gilt: Einmal abgesaugte Fettzellen wachsen – wie vom Patienten gewünscht – nicht mehr nach. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich eine Fettabsaugung nicht mehr rückgängig machen lässt – insbesondere bei schlanken Menschen birgt das ein gewisses Risiko. Sie besitzen schon vor dem Eingriff wenig überschüssiges Fettgewebe und dadurch weniger Spielraum, ein verunglücktes Fettabsaugen, das beispielsweise zu Verwachsungen geführt hat, nachträglich zu korrigieren.

Im Prinzip bietet eine Fettabsaugung die Möglichkeit, Körperproportionen zu gestalten beziehungsweise zu korrigieren, die die Betroffenen als störend empfinden. Ein erfolgreiches Fettabsaugen kann das Körperbild positiv verändern und gleichzeitig das Selbstbewusstsein steigern. Das Für und Wider sollte man dennoch sehr genau abwägen. Schließlich handelt es sich beim Fettabsaugen um eine Operation, die medizinisch nicht notwendig ist und aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt wird. Wie für jeden anderen operativen Eingriff gilt auch hier: Die Fettabsaugung ist mit möglichen Risiken und Komplikationen während und nach der Operation verbunden. Auch wenn die Risiken gering sind, gilt es diese im Vorfeld zu bedenken.

Vor dem Fettabsaugen

Auf ein Fettabsaugen (Liposuktion) sollten Sie sich vorbereiten. Die Assistenten werden die zu behandelten Körperregion genau abmessen und dem entsprechend die Bandagen, Miederhosen oder Stützstrümpfe besorgen, die sie zur Operation mitbringen. Zwei Wochen vor dem Fettabsaugen sollten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt keine Medikamente mehr einnehmen, die die Blutgerinnung einschränken (wie z.B. den Wirkstoff Acetylsalicylsäure). Verzichten Sie vorher weitgehend auf den Genuss von Alkohol und die Einnahme von Schlafmitteln. Informieren Sie den behandelnden Arzt vor dem Fettabsaugen über bestehende oder mögliche Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten sowie bekannte Allergien. Alles Weitere klärt der Arzt im persönlichen Gespräch und in den vor einem Fettabsaugen durchzuführenden Untersuchungen.

Grundsätzlich gilt: Verschieben Sie das Fettabsaugen auf einen späteren Zeitpunkt, falls Sie sich körperlich abgeschlagen, niedergeschlagen oder krank fühlen. Gleiches gilt, wenn Sie sich hinsichtlich Ihrer Entscheidung noch nicht vollkommen sicher sind. Wenn Sie dagegen gesund sind, sich körperlich wohl fühlen und über einen stabilen Kreislauf verfügen, lässt sich das Fettabsaugen weitgehend risikofrei durchzuführen.

Ziele einer Liposuction

Das Ziel einer Fettabsaugung (Liposuktion) wird meistens aus ästhetischen Gründen eingesetzt. Sie ersetzt nicht die Gewichtsreduktion durch eine gezielte und dauerhafte Ernährungsumstellung sowie Sport. Eine Adipositas (Fettsucht) lässt sich ebenfalls nicht mit einem Fettabsaugen behandeln. Der Operateur entfernt bei einer Fettabsaugung in festgelegten Bereichen wie Bauch, Beine, Kinn, Oberarme, Oberkörper, Hals, Oberschenkel, Hüfte, Po, Rücken und Fesseln gezielt überschüssige Fettdepots ab. Als Faustregel für die Menge an abgesaugtem Fett gilt: Eine schonende Fettabsaugung entfernt ungefähr 70 Prozent des Fettgewebes innerhalb des festgelegten Körperareals.

Durch eine erfolgreiche Fettabsaugung werden die behandelten Körperbereiche schlanker. Die Proportionen des gesamten Körpers sollen harmonischer wirken. Fettabsaugungen können an derselben Stelle mehrfach durchgeführt werden. Einmal entferntes Fettgewebe wächst grundsätzlich nicht mehr nach. Da es dem Chirurg jedoch niemals gelingt, gänzlich alle Fettstammzellen zu entfernen, bildet sich aus ihnen teilweise neues Fettgewebe. Nach einer dreimaligen Fettabsaugung sind dennoch mehr als 90 Prozent des Fettgewebes und der sie bildenden Stammzellen entfernt. In der Regel passt sich die Haut der deutlich verringerten und veränderten Körperoberfläche an. Sie schrumpft sich selbst auf das richtige Maß zurück. Nur in Ausnahmenfällen – bei extrem schlaffer Haut – muss die überschüssige Haut chirurgisch entfernt werden oder mit anderen Techniken wie Laser oder Radiofrequenz während der Operation gestrafft werden.

Operation & Ablauf

Vor der Fettabsaugung (Liposuktion) markiert der Chirurg die zu entfernenden Fettpolster in Form von Linien auf dem Körper. Er legt so fest, wie er die entsprechende Körperstelle mit Hilfe der Fettabsaugung modellieren möchte. Das Fettabsaugen beginnt mit einem kleinen Hautschnitt von 0,5 bis 1 Zentimeter Länge, nach Möglichkeit an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel in den Gesäßfalten oder im Nabel. Im Anschluss leitet der Chirurg solange physiologische Kochsalzlösung in das Zielgebiet, bis das Unterhautfettgewebe gut gefüllt ist. Sie lockert das Unterhautgewebe und löst die Fettzellen für das nachfolgende Fettabsaugen.

Nun beginnt die eigentliche Fettabsaugung: Der Chirurg führt durch den Hautschnitt eine lange Kanüle in das Unterhautfettgewebe ein. Mittels Unterdruck saugt er die traubenähnlichen Unterhautfettzellen aus ihrer bindegewebeartigen Hülle. Die eingesaugten Fetttrauben sind bis zu zwei Zentimeter groß. Mit Fingerspitzengefühl muss sich der Chirurg beim Fettabsaugen durch die Haut vorarbeiten. Immer aufs Neue gilt es zu entscheiden, was er an Fettgewebe entfernt und was er erhält. Diese Mischung aus Fingerspitzengefühl, Können und Erfahrung entscheidet über eine erfolgreiche Fettabsaugung – eine schlankere, ebenmäßige Körperkontur anstelle einer radikalen Entfernung von Fettzellen.

Dauer der Operation

Die Operationsdauer einer Fettabsaugung beträgt je nach Körperbereich sowie Ausmaß der geplanten Fettabsaugung (Liposuktion) zwischen 45 Minuten und 4 Stunden. Die abgesaugte Fettzellen sammelt der Arzt in einem Behälter, um die Menge messen zu können. Je nach individueller Körperkonstitution variiert die Menge an abgesaugtem Fettgewebe in ein und derselben Region deutlich. Am Ende des Fettabsaugens verklebt oder vernäht der Operateur den Hautschnitt. Noch auf dem Operationstisch werden dem Patienten eine Miederhose, Stützstrümpfe oder Bandagen übergezogen – das presst die entstandenen Hohlräume zusammen. Blut, gelöstes Fett und Gewebeflüssigkeit können sich so deutlich weniger anstauen, wodurch weniger Narben entstehen.

In der Regel werden Fettabsaugungen heute ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Die örtliche Betäubung wird dabei beispielsweise mittels einer sogenannten Tumeszenz-Anästhesie eingesetzt: Es wird dabei solange Tumeszenz-Lösung zwischen die Gewebeschichten des Unterhautgewebes gespritzt, bis sich dort ein pralles Flüssigkeitsreservoir gebildet hat.

Die Tumeszenzlösung besteht aus einer Kochsalzlösung, die das örtliche Betäubungsmittel (lokales Anästhetikum) sowie einen gefäßverengenden Wirkstoff wie zum Beispiel Adrenalin enthält. Sie sorgt dafür, dass der Patient schmerzfrei ist und sich seine Neigung zu Blutungen verringert. Außerdem dient sie als Lösungsmittel, die das Unterhautfettgewebe auflockert, in eine gleichmäßige Masse verwandelt und so auf die Fettabsaugung vorbereitet. Nicht selten versetzt der Anästhesist den Patienten zusätzlich in einen Dämmerschlaf, um für völlige Schmerzfreiheit zu sorgen.

Beim Fettabsaugen im Bereich von Hüfte und Beinen kann auch eine Spinalanästhesie angewendet werden, die zeitweise die entsprechenden Nerven in der Nähe des Rückenmarks betäubt. Der Vorteile einer örtlichen Betäubung liegen auf der Hand: Patient und Chirurg können gegebenenfalls auch während der Fettabsaugung miteinander sprechen. Der Patient kann sich zudem nach Anweisung des Chirurgen während eines Eingriffs selbstständig drehen und wenden. Und: Patienten können die Klinik in der Regel nach dem Fettabsaugen verlassen. Eine professionelle Betreuung nach der Operation ist allerdings auch dann wichtig.

Größere Fettabsaugungen erfordern nach wie vor eine Vollnarkose. Die dafür notwendigen Voruntersuchungen werden in der Klinik durchgeführt. Darüber hinaus besprechen Sie die Narkose mit dem Anästhesisten. Je nach Größe der Fettabsaugung ist mit einem Aufenthalt in der Klinik von ein bis acht Tagen zu rechnen. Bei normalem Wundheilungsverlauf ist ein Fettabsaugen an derselben Körperzone mehrmals möglich. Eine schonende Fettabsaugung entfernt höchstens 70 Prozent des bestehenden Fettgewebes innerhalb der gewünschten Körperzone.

Nach der  Fettabsaugung/Liposuction

Nach einer Fettabsaugung (Liposuktion) tragen Sie für die Dauer von ein bis drei Wochen je nach Ort des Eingriffs Kompressionsmieder, Stützstrümpfe oder Bandagen – und zwar Tag und Nacht. Bei Bedarf dehnt sich die Anwendungsdauer nach der Fettabsaugung auf bis zu sechs Wochen aus. Das Anlegen von Kompressionsmiedern und Co. presst die Hohlräume zusammen, die durch die Fettabsaugung entstanden sind. Faktoren, die die Narbenbildung begünstigen – wie Blut, gelöstes Fett und Gewebeflüssigkeit – können sich dadurch nicht anstauen.

Ein bis zwei Wochen nach der Fettabsaugung kontrolliert der behandelnde Arzt den Heilungsprozess und den Gesundheitszustand des Patienten. Das eigentliche, kosmetische Ergebnis der Fettabsaugung wird nach drei bis vier Monaten beurteilt. Auch in der Zeit zwischen der ersten Gesundheitskontrolle und der ersten kosmetischen Kontrolle ist es ratsam, den Kontakt zum behandelnden Arzt aufrecht zu erhalten. Aufkommende Fragen lassen sich so rasch beantworten und auftretende Komplikationen frühzeitig behandeln.

Bei einer größeren Fettabsaugung kommt es vor, dass Sie einige Tage arbeitsunfähig sind. Beziehen Sie dies bei der Planung des Eingriffs mit ein. In der Regel werden Sie nach einer Fettabsaugung weder in puncto Befinden noch in puncto Bewegung langfristig beeinträchtigt sein. Dennoch gilt: Schonen Sie sich und gönnen Sie sich ausreichend Ruhe. Verzichten Sie in den ersten Wochen nach dem Fettabsaugen auf ausgiebige Bewegung sowie sportliche Aktivitäten oder betreiben Sie diese nur stark eingeschränkt und ausschließlich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Komplikationen

Eine Fettabsaugung (Liposuktion) ist wie jeder andere operative Eingriff auch mit selten auftretenden Komplikationen verbunden, wie zum Beispiel einem niedrigen Narkoserisiko. Nach dem Fettabsaugen kann sich der betroffene Körperbereich für eine gewisse Zeit taub anfühlen. Entstandene Blutergüsse müssen konsequent bandagiert werden, da ansonsten das Risiko für die Entstehung von Narbenplatten steigt. Eine entsprechende Veranlagung erhöht das individuelle Risiko nach einer Fettabsaugung. Narbenplatten prägen sich unter Umständen so stark aus, dass sie als oberflächliche Unebenheiten sichtbar werden. Bilden sie sich über Wochen nach dem Fettabsaugen nicht oder nur langsam zurück, kann ein weiterer Eingriff die Narbenbildung korrigieren.

Entfernt der Operateur im Rahmen der Fettabsaugung größere Mengen von Fettgewebe, kann es vorkommen, dass der Patient große Mengen an Gewebeflüssigkeit oder Blut verliert. Infusionen oder Blutkonserven müssen den Verlust wieder ausgleichen. In sehr seltenen Fällen treten Embolien in Folge von Gerinnseln auf. Sie bedürfen einer sofortigen intensivmedizinischen Behandlung.

Insbesondere für schlanke Menschen stellt ein Fettabsaugen ein erhöhtes Risiko dar. Da sie schon vor dem Eingriff wenig überschüssiges Fettgewebe besitzen, verengt sich auch der Spielraum, ein verunglücktes Fettabsaugen, das beispielsweise zu Verwachsungen geführt hat, nachträglich zu korrigieren.

Heilungsprozess

Der Heilungsprozess beginnt unmittelbar nach der Fettabsaugung (Liposuktion), auch wenn die behandelte Körperregion schmerzt und sich Blutergüsse und Schwellungen gebildet haben. Innerhalb von einigen Tagen bis Wochen gehen die Beschwerden mehr und mehr zurück. Drei Monate nach der Fettabsaugung sollten die Beschwerden nahezu vollständig verschwunden sein. Die im Zuge des Eingriffs vorgenommenen Hautschnitte hinterlassen kleine Narben. Sie verblassen im Laufe der Zeit und sind in der Regel kaum noch zu erkennen.

Einen ersten Eindruck des kosmetischen Ergebnisses der Fettabsaugung verschafft sich der Arzt in der Regel nach drei bis vier Monaten. Die überschüssige Haut hat sich nach diesem Zeitraum der neuen Oberfläche des Unterhautgewebes angepasst; ein vorläufiges Ergebnis ist bereits zu sehen. Das endgültige Ergebnis des Fettabsaugens zeigt sich nach ungefähr sechs bis neun Monaten. Verzichten Sie für die Dauer der Heilung auf Massagen und sonstige starke Beanspruchungen der Haut, da diese den Heilungsprozess verzögern. Heilungsfördernd wirken hingegen kalte Duschen. Sie regen die Durchblutung an und beschleunigen so die Heilung.

Ergebnis

Als Ergebnis einer erfolgreichen Fettabsaugung (Liposuktion) wirkt die behandelte Körperregion schlanker und fügt sich harmonisch in die Proportionen des Körpers ein. Die Oberfläche des abgesaugten Areals erscheint ebenmäßig. Durch den Eingriff entstandene Narben sind kaum oder nicht mehr zu sehen.

Das Fettabsaugen stellt jedoch keine Alternative zum Gewichtsverlust durch ausgewogene Ernährung, Sport und Bewegung dar. Auch lässt sich mit einer Fettabsaugung keine Adipositas (Fettsucht) behandeln.