Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)

Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)

Der Begriff seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis bezeichnet eine fettig-schuppige Hautentzündung, die vor allem am behaarten Kopf, im Gesicht sowie am Rumpf auftritt. Die betroffenen Hautstellen sind gerötet und mit gelblichen, fettigen Schuppen belegt. Juckreiz besteht nur in seltenen Fällen.

Die seborrhoische Dermatitis befällt häufig Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sowie junge Männer. Ein seborrhoisches Ekzem entsteht vermutlich durch verschiedene Ursachen. Möglicherweise spielen folgende Faktoren eine Rolle: Geschwächtes Abwehrsystem, klimatische Bedingungen, Hormonschwankungen und eine genetische Veranlagung. Daneben vermuten Experten, dass eine Pilzinfektion zu den auslösenden Ursachen zählt. Daher wird das seborrhoische Ekzem mit Antipilzmitteln (Antimykotika) in Shampoo- oder Cremeform behandelt. Bei schweren Verläufen kann ein vorübergehender Einsatz von kortisonähnlichen Präparaten sinnvoll sein.

Während die Erkrankung beim Säugling in der Regel nach ein paar Wochen spontan abheilt, zeigt das seborrhoische Ekzem beim Erwachsenen eine ausgeprägte Rückfallneigung.

Aktinische Keratose

Aktinische Keratose

Eine aktinische Keratose (auch solare Keratose genannt) ist eine Hautverhornung, die entsteht, wenn sich bestimmte Hautzellen (Keratinozyten) aufgrund dauerhafter intensiver UV-Strahlung krankhaft verändern und vermehren.

Früher trat die aktinische Keratose vorwiegend im höheren Lebensalter (ab 50 Jahren) auf, weshalb man sie auch senile Keratose nennt. Mittlerweile sind jedoch zunehmend jüngere Menschen ab dem 30. Lebensjahr von diesen Hautveränderungen betroffen. Als verantwortlich hierfür gelten veränderte Freizeitgewohnheiten wie häufiges Sonnenbaden und Besuche in Solarien.

Aktinische Keratosen können in eine bestimmte Form von hellem Hautkrebs übergehen: in das sogenannte Spinaliom oder Plattenepithelkarzinom. Die aktinische Keratose gilt als Vorstufe dieses Hautkrebses (Präkanzerose) beziehungsweise sogar als dessen Frühstadium (Carcinoma in situ). Daher ist es wichtig, es gar nicht zur Entstehung dieser Hautkrebsvorstufe kommen zu lassen.

Um zu verhindern, dass aktinische Keratosen entstehen, ist zu starke UV-Bestrahlung zu vermeiden. Liegt bereits eine aktinische Keratose vor, ist eine schnelle Behandlung ratsam, um ihrem Übergang in ein Spinaliom vorzubeugen. Hierzu stehen mehrere wirksame Methoden zur Verfügung: Eine aktinische Keratose lässt sich herausschneiden (Exzision) oder herausschaben (Kürettage), durch Kältetherapie (Kryotherapie), Lasertherapie oder photodynamische Therapie und auch durch verschiedene lokal angewendete Wirkstoffe (wie Diclofenac, Fluorouracil oder Imiquimod) erfolgreich behandeln.

Pigmentstörung

Bei einer Pigmentstörung ist die Bildung von Farbpigmenten gestört, sodass die Haut stärker (Hyperpigmentierung) oder schwächer (Hypopigmentierung, Depigmentierung) gefärbt ist als normal.

Die Ursachen für die Abweichungen der Hautfarbe sind je nach Form der Pigmentstörung unterschiedlich. Dabei können sowohl erblich bedingte Faktoren als auch äußere Einflüsse auf die Haut wie Kälte, Wärme, Druck, Reibung, Kosmetika oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. Für eine Pigmentstörung können zudem hormonelle Veränderungen verantwortlich sein.

Die bei einer Pigmentstörung auftretenden Symptome sind sehr unterschiedlich: Die typischen Farbveränderungen können sich in ihrer Größe, Symmetrie, Ausprägung und Farbe stark unterscheiden. Bei manchen Pigmentstörungen bleiben sie auf bestimmte Körperstellen begrenzt; manchmal kann auch die gesamte Haut von der Pigmentstörung betroffen sein.

Bei einer Pigmentstörung ist die natürliche Färbung der Haut infolge einer gestörten Bildung von Farbpigmenten verändert.

Für die Pigmentierung der Haut sind bestimmte Zellen in der Oberhaut (Epidermis), die Melanozyten, zuständig: Diese Zellen geben der Haut ihre individuelle Farbe. Sie bilden – angeregt durch die Sonneneinstrahlung – das bräunliche Pigment Melanin und sorgen somit für eine natürliche Färbung der Haut. Das Melanin verhindert, dass schädliches UV-Licht in tiefere Hautschichten eindringt. Liegt eine Pigmentstörung vor, ist die Bildung der Farbpigmente örtlich oder auch flächendeckend gestört, sodass es an den jeweiligen Stellen zu einer Farbveränderung der Haut kommt. Pigmentstörungen können in folgenden Formen auftreten:
•    Melaninüberschuss (Hypermelanose)
Die Haut ist stärker gefärbt als normal: Die Pigmentstörung hat die Form einer sogenannten Hyperpigmentierung.
•    Melaninmangel (Hypomelanose)

Die Haut ist schwächer gefärbt als normal: Bei der durch Hypopigmentierung gekennzeichneten Pigmentstörung ist der Melaningehalt in der Haut vermindert, bei der Depigmentierung fehlt das Melanin völlig.

Altersflecken

Altersflecken

Altersflecken (Lentigo senilis, Lentigo solaris) sind gutartige Hautveränderungen, die zunehmend im späten Erwachsenenalter auftreten: Die bräunlichen, bis wenige Zentimeter großen Pigmentflecken bilden sich vor allem im Gesicht, auf den Handrücken und am Dekolleté.

Altersflecken entstehen durch Pigmentansammlungen in der Oberhaut. Sie sind die Folge einer Schädigung der Haut durch langjährige UV-Bestrahlung beziehungsweise durch dabei vermehrt anfallende sogenannte freie Radikale.

Altersflecken lassen sich mit hochdeckendem Make-up (Camouflage) abdecken sowie längerfristig mit Bleichcremes und verschiedenen Schälverfahren (physikalisches, chemisches oder mechanisches Peeling) behandeln. Besonders wirksam und schonend für das umgebende Gewebe ist die Entfernung von Altersflecken durch Lasern.

Wie allen Zeichen der Hautalterung kann man auch der Entstehung von Altersflecken in erster Linie durch den Schutz vor übermäßiger Sonnenbestrahlung vorbeugen. Zusätzlich ist es ratsam, Genussgifte wie Alkohol und Tabakrauch, die ebenfalls zur vermehrten Bildung freier Radikale beitragen, zu meiden und das körpereigene Schutzsystem gegen diese aggressiven Sauerstoffverbindungen durch eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Coenzym Q10, Bioflavonoide, Zink und Selen zu unterstützen.

Mycosis fungoides

Hartnäckige Hautveränderungen, die einer Schuppenflechte oder einem Ekzem ähneln und vielleicht auch Juckreiz auslösen, können erste Anzeichen für eine Mycosis fungoides sein: Dies ist eine seltene Krebserkrankung, die typischerweise sehr langsam verläuft. Früh behandelt ist die Mycosis fungoides meist heilbar.

Die Mycosis fungoides zählt zur Gruppe der weniger bösartigen sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome. Sie entsteht dadurch, dass bestimmte weiße Blutkörperchen – die T-Lymphozyten – entarten (d.h. bösartig sind) und die Haut befallen. Entsprechend bezeichnet man die Mycosis fungoides auch als kutanes T-Zell-Lymphom (lat. Cutis = Haut). Normalerweise bekämpfen die T-Lymphozyten als Teil des Immunsystems Krankheitserreger. Die Ursachen für ihre Entartung und somit für die Entstehung der Mycosis fungoides sind unbekannt.

Die bei der Mycosis fungoides auftretenden Hautsymptome sind wenig kennzeichnend und verändern sich typischerweise längere Zeit kaum: Nach dem Auftreten der ersten ekzemähnlichen Hautveränderungen können Jahre vergehen, bis die Mycosis fungoides tiefere Hautschichten befällt und als weitere Symptome flach erhabene Herde (Plaques) und kleine Knötchen entstehen. Nachfolgend (wenn sich diese Symptome auf die gesamte Haut ausgebreitet haben), entwickeln sich größere pilzförmige Knoten, die zur Geschwürbildung neigen. Nach langjährigem Verlauf befällt die Mycosis fungoides auch die Lymphknoten und kann sich dann rasch über den Blutweg auf andere Organe (z.B. Leber o. Lunge) ausbreiten.

Worin die gegen eine Mycosis fungoides eingesetzte Therapie besteht, hängt vom Stadium der Erkrankung ab: Zu Beginn ist die Photochemotherapie sehr wirksam, später kommen Immuntherapie, Strahlentherapie und Chemotherapie zum Einsatz. Frühzeitig behandelt hat die Mycosis fungoides eine gute Prognose. Und auch in späten Stadien der Mycosis fungoides kann eine Therapie noch lang andauernde Krankheitsrückgange (Remissionen) erzielen. Wichtig ist, dass die gewählten Behandlungsmaßnahmen nicht mehr Beschwerden verursachen als der Krebs selbst, denn: Eine zu aggressive Behandlung der Mycosis fungoides verlängert nicht die Lebenserwartung.