Moderne Lasertechnik

Kohlendioxidlaser

Ein Kohlendioxidlaser (oder CO2-Laser) eignet sich sehr gut, um gutartige, aber dennoch störende Hautveränderungen – zum Beispiel Warzen, Aknenarben – zu behandeln. Er wird häufig bei tieferen Narben bzw. Hautveränderungen eingesetzt. Auch ein Laser-Skin-Resurfacing zur Abtragung von feinen Falten ist damit möglich.

Fraxel Re:pair®.

Dies ist ein spezieller CO2-Laser, der eine Alternative zum herkömmlichen Kohlendioxidlaser sein kann.

Langgepulster Farbstofflaser

Mit Farbstofflasern können unterschiedlich dicke Blutgefäße behandelt werden, weshalb sie insbesondere bei der Behandlung von erweiterten Blutgefäßen im Gesicht und Hals (die sich unter anderem in Hämangiomen, Couperose, Feuermalen äußern können) eingesetzt werden. » Mehr über die Behandlung von Blutschwämme, Angiome und  Feuermale und zusätzlich.

Langgepulster Alexandritlaser

Der langgepulste Alexandritlaser wird genutzt, um störende Haare dauerhaft zu entfernen.

Non-ablative und ablative fraktionierte Photothermolyse

Zur Behandlung von Narben, Falten, Pigmentstörungen oder großen Hautporen kann die fraktionelle Photothermolyse eine gute Wahl sein. Der Laserstrahl wird zwar gebündelt auf die Haut gerichtet, jedoch ist er aufgeteilt („fraktioniert“), sodass die Hautpartie nicht komplett, sondern nur in einem Muster aus feinen Punkten behandelt wird. » Mehr zur  CO2 Laser und Erbium Yag und zusätzlich.

  • Non-ablative (nicht-abtragende) Methode. Hierbei wird das Gewebe erhitzt, was die Neubildung von gesundem Hautgewebe anregt.
  • Ablative (abtragende) Methode. Bei der ablativen Methode wird das Gewebe durch Verdampfung entfernt. In der Folgezeit bildet sich Hautgewebe neu.

Langgepulster Nd:YAG-Laser

Hautunebenheiten wie oberflächliche Narben, Muttermale oder kleine Falten lassen sich mit einem langgepulsten Nd:YAG-Laser sehr gut behandeln. Auch können im Verlauf weiterer Behandlungstermine mögliche Gewebeunterschiede angeglichen werden.

Q-switched Nd:YAG-Laser

Mit dem q-switched-Laser können dunkle Hautveränderungen wie Pigmentstörungen, Altersflecken, Narben, aber auch Tätowierungen aufgehellt und entfernt werden. Der Laserstrahl trifft gezielt nur auf die veränderte Hautstelle, so dass sie sich in feine Teilchen auflöst. Der Organismus kann diese Teilchen eigenständig abtransportieren.» Mehr zur Nd:YAG-Laser und zusätzlich.

Smartlipo MPX™

Dieses Lasersystem wurde speziell für die Laserlipolyse entwickelt, bei der Fettgewebe durch Erwärmung aufgelöst wird. Ein integrierter Temperatursensor ermittelt während der Behandlung kontinuierlich die erreichte Wärme, weshalb mit dem Laser noch präziser gearbeitet werden kann.

Endoluminale Lasertherapie

Dies ist eine Möglichkeit, um Krampfadern zu behandeln. In die Vene wird eine Spezialfaser geführt, die mit Laserlicht erhitzt wird. Die Wärme verschweißt die Venen, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann. Im Verlauf der nächsten Monate werden diese Venen vom Organismus abgebaut. » Als Alternative dazu kann die Radiowellentherapie mit dem VNUS Closure infrage kommen.

Cluster-Kopfschmerz

Cluster-Kopfschmerz

Der Cluster-Kopfschmerz ist ein schwerer, einseitiger Schmerz, der sich meist hinter dem Auge befindet. Er tritt in gehäuften Attacken (Clustern) bis zu achtmal täglich auf und kommt gehäuft nachts vor.

Eine solche Cluster-Kopfschmerz-Attacke dauert unbehandelt etwa zwischen 15 und 180 Minuten. Dabei zeigen sich typischerweise außerdem folgende Beschwerden: ein tränendes und gerötetes Auge, eine laufende Nase und verstärktes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht. In der Regel ist immer dieselbe Gesichtsseite betroffen – nur selten wechselt ein Cluster-Kopfschmerz die bevorzugte Seite.

Über die Ursachen von Cluster-Kopfschmerzen ist wenig bekannt. Als auslösende Faktoren wirken häufig Alkohol, Nikotin, bestimmte Nahrungsmittel und helles Licht. Der Cluster-Kopfschmerz kommt relativ selten vor – Schätzungen zufolge ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen sind überwiegend männlich, jung und mitunter viele Jahre bis Jahrzehnte betroffen.

Die Therapie besteht aus der Vorbeugung und der Behandlung der Anfälle. Um einem Cluster-Kopfschmerz vorzubeugen, eignen sich verschiedene Medikamente. Bei einem akuten Anfall von Cluster-Kopfschmerzen besteht die beste Behandlung darin, 100-prozentigen Sauerstoff über eine Gesichtsmaske zu inhalieren oder Triptane (z.B. Sumatriptan) unter die Haut (d.h. subkutan) zu spritzen.

Cluster-Kopfschmerz: Definition

Der Cluster-Kopfschmerz (engl. cluster = Gruppe, Haufen) ist ein schwerer, einseitiger, meist hinter dem Auge bestehender Kopfschmerz, der in Attacken gehäuft auftritt, das heißt periodenweise bis zu achtmal täglich, meist zur gleichen Tageszeit (häufig nachts). Per Definition handelt es sich nur dann um einen Cluster-Kopfschmerz, wenn die Betroffenen (anders als bei Migräne) gleichzeitig eine Bewegungsunruhe zeigen und/oder auf der vom Schmerz betroffenen Kopfseite mindestens eins der folgenden Anzeichen auftritt:

  • tränendes Auge (Lakrimation)
  • gerötete Augenbindehaut
  • verengte Pupille (Miosis)
  • herabhängendes oberes Augenlid (Ptosis)
  • geschwollenes Augenlid (Lidödem)
  • laufende Nase (Rhinorrhö)
  • verstopfte Nase (Kongestion)
  • verstärktes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht

Cluster-Kopfschmerz-Attacken treten im Frühjahr und Herbst häufiger auf. Dies spricht dafür, dass der Biorhythmus den Cluster-Kopfschmerz möglicherweise beeinflusst. Die einzelnen Perioden können über Wochen, Monate oder Jahre anhalten. Je nach Verlauf lassen sich zwei Formen von Cluster-Kopfschmerz unterscheiden: Episodische (80 Prozent aller Fälle) und chronische (20 Prozent) Cluster-Kopfschmerzen:

  • Ein episodischer Cluster-Kopfschmerz ist dadurch gekennzeichnet, dass die eine Woche bis wenige Monate anhaltenden Beschwerden immer wieder monate- bis jahrelang durch symptomfreie Intervalle unterbrochen sind.
  • Ein chronischer Cluster-Kopfschmerz liegt vor, wenn die Clusterperiode ohne Besserung über ein Jahr andauert oder die Pausen kürzer als vier Wochen sind.

Weitere Bezeichnungen für den Cluster-Kopfschmerz sind:

  • Bing-Horton-Syndrom
  • Erythroprosopalgie
  • Hemicrania angioparalytica

Häufigkeit

Der Cluster-Kopfschmerz weist eine sehr geringe Häufigkeit auf und betrifft etwa 0,1 bis 0,9 Prozent der Bevölkerung, hauptsächlich junge Männer (insgesamt kommen auf 1 betroffene Frau etwa 3 betroffene Männer). Der Altersgipfel der Cluster-Kopfschmerzen liegt durchschnittlich bei 25 bis 30 Lebensjahren.

Botulinumtoxin

Was ist Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin ( = Nervengift ) und wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet. Botulinumtoxin ist seit langem als Verursacher von Nahrungsmittelvergiftungen bekannt. Sehr stark verdünnt kann dieses Gift jedoch medizinisch sehr wirkungsvoll eingesetzt werden.

Besser bekannt ist Botulinumtoxin unter den Firmennamen Botox oder Dysport. Erstmals wurde Botulinumtoxin 1980 erfolgreich zur Behandlung von Strabismus ( = Schielen ) und von Blepharospasmus ( = Lidkrampf) eingesetzt. Heute findet das Neurotoxin vielfältige Anwendung: es wird z.B: zur Behandlung der Hyperdrosis ( = übermäßiges Schwitzen ) eingesetzt oder bei der Schönheitsbehandlung zur Glättung von Falten verwendet.
Diese Ausführung beschäftigt sich jedoch mit Therapie von Patienten mit spastischen Syndromen. Der Begriff Spastik stammt von dem griechischen Wort Spasmus ab und bedeutet soviel wie “Krampf”. Unter einer Spastik versteht man also eine Verkrampfung der Muskulatur. Der Muskeltonus ist pathologisch erhöht und führt zu einer Verkürzung der Muskelstränge in der betroffenen Extremität. Die Folgen sind u.a. Schmerzen, Unbeweglichkeit und Fehlstellungen der Gelenke. Häufige Erkrankungen, die mit einer Spastik einhergehen sind Multiples Sklerose, Schlaganfall, Schädel-Hirntraumen, Rückenmarksverletzungen und Hirnschädigungen durch Sauerstoffmangel.

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin wird direkt in den betroffenen Muskel injiziert. Das Neurotoxin bewirkt eine Blockierung der Übertragung von Signalen zwischen dem Nerv und seinem Zielmuskel. Dadurch kommt es zu einer Schwächung des Muskels und die übermäßige Versteifung des spastischen Muskels nimmt ab.
Die Wirkung tritt nach ca. 3-4 Tagen ein, die Wirkdauer ist individuell unterschiedlich und beträgt zwischen 3-4 Monaten. Botulinumtoxin wird im Laufe der Zeit vom Körper abgebaut, die Wirkung ist also rückläufig und eine erneute Injektion ist notwendig. Eine bessere Verteilung des Medikaments kann durch eine gleichzeitige Elektrostimulation des Muskels erreicht werden. Das Krankenhaus Lindenbrunn setzt diese Methode u.a. seit einiger Zeit mit Erfolg ein.
In seltenen Fällen bilden Patienten Antikörper aus gegen Botulinumtoxin oder es kommt zu einer vorübergehend anhaltenden Schwächung des Muskels.

Bei welchen spastischen Symptomen ist die Anwendung von Botulinumtoxin geeignet?

Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist dann sinnvoll, wenn die Spastik einzelne Muskeln betrifft. Beispielsweise, wenn ein spastischer Spitzfuss, ein Adduktorenspasmus ( Spastik in den Oberschenkeln ), ein ständiger Faustschluss oder eine Spastik der Oberarme oder der Waden vorliegt. Denn Botulinumtoxin kann wegen eventueller Nebenwirkungen nur in eine begrenzte Anzahl von Muskeln injiziert werden; Bei einer generalisierten Spastik ( = Spastik, die den ganzen Körper betrifft ) könnte das Medikament nicht zielgerichtet eingesetzt werden, da die notwendige Dosis zu hoch wäre und man mit ernsten Nebenwirkungen rechnen müsste.

Wann ist der Einsatz von Botulinumtoxin nicht geeignet?

Da Botulinumtoxin direkt in den Muskel injiziert wird ergeben sich einige Gegenanzeigen durch diese Art der Anwendung. Somit ist Botulinumtoxin nicht geeignet, wenn eine angeborene oder erworbene Gerinnungsstörung vorliegt oder wenn gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden.
Allgemeine Gegenanzeigen für den Einsatz von Botulinumtoxin sind die Einnahme von Aminoglykosidantibiothika, das Vorliegen einer Myasthenie ( = Muskelschwäche ) andere muskuläre Erkrankungen oder eine Schwangerschaft.

Was kann man mit Botulinumtoxin erreichen und was nicht?

Ziel der Behandlung mit Botulinumtoxin ist

  • die Schmerzlinderung,
  • die Erleichterung der Pflege,
  • die Prophylaxe von Hautinfektionen ( beim ständigen Faustschluss kommt es häufig zu Pilzinfektionen ),
  • die Prophylaxe von Fehlstellungen und Kontrakturen ( Verkürzungen von Muskeln und Sehnen ) und eine,
  • Verbesserung der Funktionalität.

Die Anwendung von Botulinumtoxin bewirkt bei allen genannten Erscheinungsformen eine Abnahme des Muskeltonus, eine Verbesserung des aktiven und passiven Bewegungsumfangs und eine Schmerzlinderung. Die Pflege wurde insbesondere durch die Behandlung des Adduktorenspasmus ( Spastik in den Oberschenkeln) erleichtert. Die Behandlung des Faustschlusses führte zu einem Nachlassen des “Einkrallens” der Finger in die Handinnenfläche und so zu besseren hygienischen Verhältnissen. Die Abteilung für Neurologische Rehabilitation der Klinik Berlin konnte auch bei der Behandlung des Spitzfußes mit Botulinumtoxin eine funktionelle Verbesserung feststellen. Die Patienten konnten nach der Behandlung schneller und symmetrischer gehen und ihren Körper während dem Stehen besser nach vorne verlagern.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin sollte immer in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen erfolgen. Durch Krankengymnastik beispielsweise – in Verbindung mit Botox-Injektionen – können spastische Muskeln gedehnt werden und der betroffene Muskel hat die Möglichkeit zu wachsen. Durch die Zunahme der Länge des Muskels kann man oftmals Kontrakturen vermeiden und Muskel- oder Sehnenverlängernde Operationen hinauszögern oder sogar ganz vermeiden.
Durch die Anwendung des Botulinumtoxin ist eine wesentliche Verbesserung der Spastik möglich, aber keine Heilung!!!!

Gibt es noch weitere Möglichkeiten zur medikamentösen Behandlung einer Spastik?
Neben der Behandlung mit Botulinumtoxin gibt es noch die Möglichkeit der oralen medikamentösen Behandlung oder die Implantation einer Baclofen Pumpe.
Bei der oralen medikamentöse Behandlung dämpfen Medikamente wie z. B. Baclofen, Tizanidin oder Diazepam den Muskeltonus unspezifisch. Deshalb ist diese Art der Behandlung besonders für immobile Patienten geeignet mit dem Ziel der Schmerzlinderung und der Pflegeerleichterung. Nebenwirkungen können verstärkte Müdigkeit, Benommenheit und eine generalisierte Muskelschwäche sein. Deshalb werden orale Antispastika oft nicht bis zu einer therapeutisch befriedigenden Stärke aufdosiert.
Das Einsetzen einer Baclofen-Pumpe ist nur zur Therapie einer sehr schweren generalisierten Spastik geeignet. Nur wenn die orale medikamentöse Behandlung und der Einsatz von Botulinumtoxin nicht die gewünschte Wirkung zeigen sollte eine Baclofen- Pumpe zum Einsatz kommen.

Autor des Artikels – Barbara Walter (cand. phil.) Institut für Sonderpädagogik, Universität Würzburg
Dermatologie und Lazermedizin Dermapraxis